You are here: Home » Facebook, Google & Co. » Apple`s Siri @google: Sprachsteuerung auf Android (Teil1)
Apple`s Siri @google: Sprachsteuerung auf Android (Teil1)
Nachdem ich in einem meiner letzten Blogposts ein wenig boshaft über Apple`s Siri abgelästert habe, wird es Zeit sich mal ernsthaft mit dem Thema "Sprachsteuerung auf dem Smartphone" auseinanderzusetzen. Auch Google hat seinem Android von Haus aus eine Lösung spendiert. Die "Sprachbedienung für Android" gibt es seit September nun auch in Deutsch. Darüber wie sich das geliebte Smartphone damit bedienen läßt, möchte ich hier nun berichten...
Dies ist der erste Teil der Serie "Sprachsteuerung auf Android" mit Fokus auf der Android-eigenen Sprachsteuerung. Den zweiten Teil mit dem Test der App "Vlingo" gibt es hier zu lesen.
Google`s Sprachsteuerung
Die "Voice Actions" von Android setzen mindestens Android 2.2 voraus, was eigentlich kein Problem sein dürfte. Im Zweifelsfall im Android Market nach der "Sprachsuche" von Google Inc. suchen und installieren. Bei der Erstinstallation kann es sein, dass noch weitere Sprachpakete heruntergeladen werden müssen. Hier einfach den Anweisungen folgen.
Wer die Sprachsteuerung auf seinem Android installiert hat, kann die Spracheingabe dann über einen Klick auf das App-Symbol starten. Dieses Symbol findet sich dann teilweise auch in einzelnen Anwendungen oder der Tastatur wieder. Überall dort kann dann Text in das Smartphone diktiert werden.
Sinn und Zweck einer Sprachsteuerung?
Die Steuerung meines Smartphones mittels Sprachbefehlen bringt mir erst dann einen Vorteil, wenn ich auch wirklich komplette Aufgaben rein mittels Sprache erledigen kann. Und davon sind wir noch einiges entfernt...
So muss ich die Spracheingabe bei Android über die App extra starten und kann nicht, wie z.B. bei Apples Siri, die Sprachsteuerung über einen Sprachbefehl "aufwecken". Ich brauche also immer einen Finger um die Eingabe überhaupt zu starten.
Weiterhin gibt es nur eine Aufgabe die komplett per Sprache abgearbeitet werden kann: Jemanden anrufen.
Ansonsten gibt es immer den Punkt an dem eine Taste betätigt werden muss. Ich kann zwar eine SMS diktieren, muss diese aber manuell über den Button "Senden" abschicken. Und auch wenn die Übersetzung von gesprochener Sprache in Text mittlerweile sehr gut funktioniert, wird die Sprachsteuerung durch die vielen Hürden zur reinen Spielerei degradiert.
Zumindest sieht es Marketing-seitig sehr interessant aus:
Was gut funktioniert...
Jemanden anzurufen oder eine SMS zu versenden funktioniert mit ein wenig Übung tadellos. Mit "Rufe Michael mobil an" wird dann entweder direkt die Mobilnummer von Michael angerufen oder eben eine Auswahl aller Kontakte mit dem Namen Michael zur Auswahl angezeigt. Einziges Manko: Man muss die Namen aussprechen wie sie geschrieben werden, mit Namen wie "Madeleine" kann die Sprachsteuerung nicht viel anfangen.
Texteingaben funktionieren überraschenderweise ziemlich gut (klares, verständliches Sprechen vorausgesetzt). Interpunktion kann über "Punkt" und "Komma" angegeben werden. Spezielle Zeichen wie "Fragezeichen" werden auch als Text nicht erkannt, geschweige denn das die Spracherkennung anhand der Betonung eine Frage erkennt.
Auch funktionieren Aufrufe von Google Maps und dem Routenplaner:
"Karte von Tankstellen in Köln" zeigt auf Google Maps die bei Google eingetragenen Tankstellen. Für die Routenplanung gibt es gleich 2 Befehle: Mit "Ansteuern Neue Messe, Köln" springt man direkt in die Navigation, wohingegen ein "Weg zu Neue Messe, Köln" zur Ausgangseite des Routenplaners - auf der dann noch die Details eingestellt werden können - führt.
Ansonsten läuft vieles direkt über den Webbrowser. Vordefinierte Sprachbefehle wie "Wetter in Hamburg" werden ebenso wie nicht unterstützte Befehle in einer Google-Suche angezeigt.
Was nervt
Wirklich alltagstauglich ist die Sprachsteuerung von Google nicht. Zuviel muss hier noch mit der Hand gemacht werden, zu wenig Anwendungsfälle werden unterstützt: Ich kann keine Termine organisieren, keine Musik spielen und kaum externe Apps starten.
Zudem muss bei SMS oder sonstiger Texteingabe per Sprache das Senden weiterhin manuell initiert werden. Und wenn die Spracherkennung einmal etwas nicht 100%ig richtig versteht oder Alternativen anbieten kann, dann frägt sich nach (und das leider viel zu oft). Der Versuch "Anzeigen Wikipedia" führte zu einer langen Liste möglicher Aktionen ("Meinten Sie..." Anzeigen, Anzeichen, Anzeige, Anschreiben, etc.) die letztlich in eine Google-Suche mündeten. Die Liste der Möglichkeiten ist in ihrer Darstellung dann wieder so klein geraten, dass zum Beispiel der Einsatz der Sprachsteuerung im PKW aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen ist.
Fazit
Die erste Runde des Vergleichs der Sprachsteuerungen für das Smartphone geht an Apple und Siri. Die Google-eigene Variante für Android kann unterm Strich nicht überzeugen. Sie taugt alles in allem um sich mit dem Thema testweise vertraut zu machen, ist jedoch für den Alltag keine echte Hilfe.
Im zweiten Teil meines Tests gehe ich auf die kostenlose App "Vlingo" ein, die mit einigen Überraschungen auftrumpfen kann...
Teil2: Vlingo - Die bessere Sprachsteuerung
Themen
- Allgemein (1)
- Facebook, Google & Co. (5)
- PS3 & Games (2)
- Smartphone&More (5)
- Spieltrieb (1)
- Tests&Empfehlungen (7)
HOT
Empfehlung:
Letzte Artikel
- Amazon Kindle Zubehör: Gute Hülle, schlechte Hülle
- Apple`s Siri @google: Vlingo – die bessere Sprachsteuerung (Teil2)
- Apple`s Siri @google: Sprachsteuerung auf Android (Teil1)
- Learning Android: Automatischer Upload von Bildern in google+
- Apple iPhone 4S Test: Die Wahrheit über die Sprachsteuerung Siri
