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Apple`s Siri @google: Vlingo – die bessere Sprachsteuerung (Teil2)
Der erste Teil meines Berichtes "Sprachsteuerung auf dem Smartphone" kam zu dem Ergebnis, dass sich die Google-eigene Sprachsteuerung in der Praxis nicht wirklich behaupten kann. Also begab ich mich auf die Suche nach weiteren Lösungen und fand mit der App "Vlingo" eine intelligente Sprachsteuerung für mein Android, die Apple`s Siri in nichts nachsteht. Wie sich diese in der Praxis verhält und warum sie die bessere Wahl ist, schildere ich in dem folgenden Test...
Dies ist der zweite Teil der Serie "Sprachsteuerung auf Android" mit Fokus auf der Software Vlingo. Den ersten Teil gibt es hier zu lesen.
Vlingo kann in 2 verschiedenen Modi betrieben werden. Zum einen die reguläre Nutzung als App und zum zweiten in einer speziellen "inCar"-Variante. Während der normale App-Betrieb die gleichen Kinderkrankheiten wie die Google Sprachsteuerung besitzt, übertrifft Vlingo mit seiner "InCar"-Variante alle Erwartungen an eine effektive Smartphone-Sprachsteuerung. Doch der Reihe nach...
Vlingo im regulären App-Betrieb
Zunächst sind die Unterschiede zur Android-eigenen Sprachsteuerung recht maginal. Jemanden anrufen ("Martin anrufen") oder eine SMS schreiben ("SMS an Martin. Komme heute später") klappt wunderbar. Auch die Texterkennung bei dem Einsprechen von Nachrichten funktioniert recht gut - Vlingo erlaubt entgegen Google auch die Eingabe "Fragezeichen" als Satzzeichen.
Allerdings ist auch hier die Spracheingabe zunächst nur als unterstützendes Mittel anzusehen und ersetzt keineswegs die Steuerung per Hand: Ich kann zwar eine SMS einsprechen, aber das "Senden" muss weiterhin manuell betätigt werden. Ich kann zwar mittels Sprache eine eMail mit Adressat und Betreff vorbereiten ("eMail an Martin. Betreff: Termin heute abend"), das Diktieren der eigentlichen Nachricht muss jedoch nochmals mit einem "Klick" aktiviert werden.
Oft bleiben die Sprachbefehle reine Shortcuts - es lassen sich kaum komplette Arbeitsabläufe mit ihnen abbilden: Ich kann mit Vlingo den Kalender öffnen, ihn aber nicht per Sprache verwalten; eine Facebook-Aktualisierung initieren ("Facebook Aktualisierung. Teste gerade Vlingo"), sie jedoch nicht per Sprachbefehl absenden. Und auch wenn Vlingo beim Aufruf des Routenplaners ("Navigiere zu Barbarossa-Platz") mir eine Auswahl aller meiner Verkehrs-Apps - also auch z.B. Öffi und DB Navigator - anzeigt, so muss ich die Auwahl dann doch manuell treffen.
Also alles in allem leider auch nur eine nette Spielerei, die zumindest die heutigen Möglichkeiten aufzeigt. Meine Bewertung wäre dann auch entsprechend negativ ausgefallen, hätte ich dann nicht noch den "InCar"-Modus entdeckt...
Extrem empfehlenswert: Der "InCar"-Modus von Vlingo
In dem speziellen "inCar"-Modus verhält sich Vlingo komplett anders.
Der Modus ist für den Einsatz während der Autofahrt und somit für eine reine Freihand-Bedienung ausgelegt. Und das Schöne daran ist, das es tatsächlich funktioniert. Die Icons und Schaltflächen in diesem Modus sind jedoch so plakativ gestaltet, dass sie im Notfall auch ohne längeres Hinsehen gefunden werden. Aber die Bedienung funktioniert ausschließlich mit Sprachsteuerung.
"Was möchten Sie tun?" - "Martin anrufen" - "Martin anrufen, Mobil oder Privat?" - "Privat" - und schwupp wird die entsprechende Nummer gewählt. E voila.
Wer eine SMS schreiben will kann dies ebenfalls entsprechend diktieren: "SMS an Martin" - "SMS an Martin. Sprechen Sie ihre Nachricht" - "Bin unterwegs und bald da". Vlingo wertet die Eingabe aus, stellt diese textlich schön groß dar und liest den kompletten Text nochmals zur Sicherheit vor. Danach wird der Benutzer gefragt ob er den Text nochmals einsprechen, die SMS versenden oder generell abbrechen möchte. Somit kann der komplette Anwendungsfall rein mit Sprache und ohne Blick auf das Smartphone durchgeführt werden.
Bei eingehenden Nachrichten liest Vlingo diese auch direkt vor: "Neue Nachricht von Martin. Das macht nichts, Ich warte." und bietet auch die Möglichkeit direkt zu antworten ("Antworte Martin" - "SMS an Martin. Sprechen Sie Ihre Nachricht"). Der sogenannte SafeReader kann auch im regulären Betrieb automatisch im Hintergrund mitlaufen und eingehende Nachrichten vorlesen.
Leider funktioniert dies nur bei SMS-Mitteilungen. Messanger wie google talk oder gar eMail werden nicht unterstützt. Aber immerhin ein Anfang...
Damit nicht alles Gesprochene direkt als Befehl angesehen wird, gibt es bei Vlingo (ähnlich wie Apple`s Siri) einen sogenannten "Aufweckbefehl". Mit "Hallo Vlingo" kann die Sprachsteuerung-Software dann in den Aufnahme-Modus versetzt werden, welches die App mit einem entsprechenden Ton als Feedback quitiert. Wer den "Aufweckbefehl" z.b. aus Akku-Gründen deaktiviert muss dann eben die Sprachaufnahme über eine große Schaltfläche starten.
Abschließend ist Vlingo mit einigen sinnvollen Funktionen ausgestattet: So kann der InCar-Modus automatisch starten sobald ein Bluetooth-Headset angeschlossen wird oder die Verfügbarkeit des Aufweckbefehles auf die Zeit beschränkt werden in der das Smartphone an der Steckdose hängt.
Fazit
Von einem Smartphone das komplett per Sprache gesteuert werden kann sind wir noch weit entfernt. Die vorhandenen Lösungen zeigen jedoch auch, das es nicht mehr allzu lange dauern kann.
Vlingo ist definitiv einen Blick wert. Anrufen, SMS senden, Routenplaner und eingehende Nachrichten vorlesen lassen - als sprechender und verstehender Assistent im Auto ist die Sprachsteuerung Gold wert. Einzig und allein der Umstand das sich Vlingo noch nicht auf google talk und weitere Applikationen anwenden läßt, schmälert ein wenig die Begeisterung.
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Januar 23rd, 2012
“Von einem Smartphone das komplett per Sprache gesteuert werden kann sind wir noch weit entfernt. Die vorhandenen Lösungen zeigen jedoch auch, das es nicht mehr allzu lange dauern kann.”